Kleines Wiesenvögelchen – Coenonympha pamphilius – (LINNAEUS, 1758)
Unter dem Namen, Kleiner Heufalter kenn ich ihn, aber die Namen ändern sich ja immer wieder und im Laufe der Zeit.
Im Englischen: the Small Heath. Die kleine Heide, bedeutet wohl auch sowas wie: kleine Wiese.
Im Niederländischen: Hooibeestje , was man mit Heutierchen übersetzt.
Im Französischen: Le Fadet commun, gewöhnlicher Kobold.
Im Ialienischen: Ninfa minore. Ninfa ist sowohl die Schutzpatronin von Palermo, wie auch ein berühmter romantischer Garten südlich von Rom – minore ist wohl sowas wie ein Kind – könnte also Kind des Gartens bedeuten, oder kleine, gewöhnliche Nymphe heißen, da er im Spanischen Ninfa de Linneo – genannt wird was soviel heißt wie: die Nymphe von Linnaeus.
Merkmale
Da man dieses 2,3 bis 3,3cm kleine Kerlchen fast nur fliegend oder mit zugeklappten Flügeln sieht, erkennt man ihn an den grau-braun melierten Hinterflügeln und orangenen Vorderflügeln, die von einem hellen Rand gesäumt sind und die je ein auffälliges hell umrandetes schwarzes Auge ziert.
Die Hinterflügel sind bei der ersten Generation sehr ähnlich, während in der zweiten Generation die Zeichnung der Hinterflügel doch etwas deutlicher variiert. Mir ist auch noch kein Bild von den Innenflügeln gelungen, daran muß ich wohl noch arbeiten.
Die Zeichnung der Unterflügel erinnert an die Schwingen eines Vogels und es ist gut möglich, dass as zu der Namensgebung beigetragen hat. Eingefasst von einer quer verlaufenden, unregelmässig dicken, helle Binde setzt sie sich gegen die etwas hellere Erdfarbe ab, die mit kleinen blassen Augen den Außenrand ziert. Doch je länger dieser kleine Schmetterling fliegt, desto mehr verblassen diese Farben. Beide Flügel sind hell gefranst.
Flugzeit, Habitat, Entwicklung
Dieser kleine Falter hat es mir angetan, das geht aber vielen Leuten so, für die meisten ist er so etwas wie ein Sommerbote. Für die Leute, die sich mit Schmetterlingen beschäftigen, ist er das Zeichen: „jetzt gehts los, jetzt fliegen die Falter wieder“ und da kommt Freude auf.
Mitte April beginnt seine Flugzeit, gegen Ende Mai sieht man ihn dann am häufigsten. Die zweite Generation der Kleinen Wiesenvögelchen legt dann im August nochmal nach, aber nicht mehr so viele, wie im Mai und man sieht ihn dann noch bis in den Oktober hinein.
Er braucht freie Wiesen, gemähte oder beweidete Wiesen bevorzugt er sogar. Grünflächen sollten es sein, nicht gemulcht und nicht mehr als drei mal gemäht, mit Gülle dürfen sie nicht gedüngt sein, das verträgt er gar nicht.
Da mittlerweile selbst das kleinste Zipfelchen an Boden behandelt, umgegraben, genutzt und zubetoniert wird, beginnt dieser häufige Falter immer mehr zu verschwinden. Obwohl er anspruchslos ist und sogar kleine Flächen nutzt, sinkt seine Zahl immer mehr und man sieht ihn immer weniger, das ist sehr traurig und zeigt, wie wenig wir für die kleinen Sommerboten übrig haben. Wo sie doch nicht mehr brauchen als ein bisschen Grünfläche das nicht dauernd abgemäht und überdüngt wird. Das schlimme daran ist, wenn sie mal weg sind sie weg und kommen nicht wieder, auch wenn man es ihnen wieder gemütlich macht.
Das Leben vor dem Schmetterling spielt sich etwas versteckt ab und ziemlich in Bodennähe, also gut geschützt das erleichtert seine Vermehrung natürlich ungemein.
Die Eier werden einzeln meist in Bodennähe an trockenen Gräser abgelegt, die Raupen ernähren sich von verschiedenen Gräserarten und fressen Nachts. Die Raupen überwintern in verschiedenen Stadien selbst manche Raupen der erste Generation können das Fressen einstellen und überwintern, obwohl noch eine zweite Generation kommt. Die Raupen des Kleinen Wiesenvögelchens verpuppen sich in Bodennähe, in einer so genannten Stürzpuppe. Diese Strategie trägt dazu bei, das es ihn häufig geben könnte, wenn die Gülle und der Mulch nicht seinen Lebenszyklus so dramatisch ersticken würde. Hoffen wir mal, dass noch ein Umdenken stattfindet.
Galerie

Schmetterling auf Löwenzahn 
Auf Dost Kleines Wiesenvögelchen 
Kleines Wiesenvögelchen im Strauch 
Coenonympha pamphilius auf Süßssgras 
Coenonympha pamphilius auf Schafgarbe 
Falter auf Flockenblume 
Schmetterling auf Grasfruchtstand 
Auf Vergissmeinnicht Kleines Wiesenvögelchen 
Kleine Wiesenvögelchen beim Paaren 
Schmetterlingspaarung 
Am Pflanzenstängel Coenonympha pamphilius 
Am Grashalm Coenonympha pamphilius



