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Augenfalter

Die Berghexe Chazara briseis

Die Berghexe Chazara Briseis männliche Falter

Berghexe Chazara briseis (LINNAEUS, 1758)

Der Wissenschaftliche Name des Berghexe Falters ist im Lateinischen Chazara briseis, Briseis war der Name der Lieblingssklavin von Achilles, dem griechischen Krieger, ja genau der, mit der verwundbaren Ferse und dieser Achilles gerät in einen heftige Streit mit Agamemnon wegen Briseis.
Bemerkenswert fand ich, dass der deutsche Archäologe Heinrich Schliemann, der Entdecker Trojas von seinem Kindermädchen verlangte, dass sie sich einen griechischen Namen aussuchen sollte. Sie wählte den Namen Briseis.
Im Englischen heißt der Falter: the Hermit , der Eremit oder Einsiedler

Es war für uns ein unglaubliches Erlebnis diesen, vom Aussterben bedrohten Schmetterling beobachten zu dürfen. Zumal das Zeitfenster nur vier Wochen beträgt, das man beachten sollte, wenn man diesen außergewöhnlichen und seltenen Falter zu Gesicht bekommen will. Er ist von Ende Juli bis Ende August unterwegs. Man könnte meinen, dass vier Wochen eigentlich eine recht lange Zeit sind, aber wenn das Wetter nicht mitspielt, haste‘ einfach Pech, dann muss der Platz auch noch passen. In ganz Deutschland gibt es nur etwa 10 bekannte Gebiete wo man die Berghexe noch beobachten kann. Die Meldungen über diesen 5-6 cm großen, gräulich, braunen, fast unscheinbar aussehenden Falter werden immer seltener. Uns faszinierte das Aussehen dieses Schmetterlings, die bräunliche Oberseite mit den weißen ovalen Binden, wovon 2 einen 3 dimensionalen Eindruck vermitteln, mit einer Pupille in der Mitte, hat etwas . Doch leider zeigt der Falter sie so gut wie nie, die Flügel trägt er meist hochgeklappt, wenn er sich setzt. Die marmorierte Unterseite ist unglaublich filigran gezeichnet. Seiner Umgebung ist dieser Schmetterling perfekt angepasst, so dass man sehr gute Augen haben muss, um ihn überhaupt in seinem steinigen Habitat zu entdecken. Er verschmilzt regelrecht mit seiner Umgebung.

Habitat, Umgebung


Die Umgebung die sie bevorzugt, ist zum Problem der Berghexe geworden. Sie liebt steinige Geröllhalden, mit niedrigen Pflanzenwuchs. Am besten sollte nicht mehr als die Hälfte ihres Areals bewachsen sein. Südhang mit viel Sonne, und eine 30% Steigung ist für die Berghexe eine Notwendigkeit. Ganz schön viele Voraussetzungen, aber damit nicht genug, denn es müssen auch noch die richtigen Gräser wachsen: der Schaf-Schwingel ist notwendig für die Raupen als Futter. In Bayern wird extra ein Gebiet mit einem Schäfer unterstützt der mindestens 3 mal im Jahr abweidet, besser wäre 4-6 mal, dass ist jedoch nicht überall möglich. Entscheidend dürfte aber sein, dass diese Habitate immer kleiner werden, denn die Berghexe kann locker ein 5km Areal abfliegen.

Das ist auch das besondere an der Berghexe, die Art zu fliegen. Den Balzflug zu beobachten ist eine wunderbare Erfahrung, überhaupt den Flug der Berghexe zu bewundern lässt dich unglaublich staunen, der Wechsel zwischen pfeilschnellen Flug, der abrupt übergeht in ein vom Wind getragenes Segeln, ist verblüffend.

Die Entwicklung von Ei zur Puppe

Die Eier werden schlauerweise an trockenen Disteln oder Gräsern, die nicht die Futterpflanzen der Schafe sind, in Bodennähe abgelegt und sind somit einigermaßen sicher. Da die Raupen erst Mitte September, also zum Ende der Weidesaison zu fressen beginnen, sind sie vor weidenden Tieren sicher. Die Raupen vom ersten bis zum dritten Larvenstadium sind tagaktiv und fressen sogar an milden Wintertagen, dann beginnt die Winterruhe. Im Mai beginnen sie wieder zu fressen und schlau wie sie sind, machen sie das dann Nachts, denn sie haben umgestellt auf nachtaktiv. Tagsüber verstecken sie sich in Bodennähe und entgehen so dem Schaffraß. Im Juni verpuppen sie sich im Boden, um dann im Juli zu schlüpfen. Der Kreislauf von Ei – Raupe – Puppe und dann kommt erst der Schmetterling, beginnt wieder von vorne.

Berghexe Falter Tanz

Ein guter Tipp, wenn du die Berghexe Schmetterlinge gesichtet hast, machst du es wie wir es gemacht haben, setz dich gemütlich hin und schau ihnen zu wie sie umherfliegen. Du wirst erstaunt sein, wie sie plötzlich um dich herum fliegen. Zuerst kam ein Falter, dann kam ein zweiter, dann waren es schon vier und da kam noch einer. Die Einen jagten einander den Berg hinunter, sie flogen, so schien es, um die Wette, bis dass wir sie aus den Augen verloren. Doch dann tauchten sie ganz plötzlich vor uns wieder auf, wie aus dem Nichts kamen sie hinter dem Felsen hervor. Andere sind um einander herum gesegelt, sanft, wie Blätter im Wind. Vom Aufwind ließen sie sich hoch in die Lüfte tragen – es war wie eine Tanzveranstaltung. Die Kletterpartie hat sich gelohnt.

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