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Bläulinge

Dunkler Wiesenknopf- Ameisenbläuling

Phengaris nausithous Dunkler Wiesenknopf Ameisenbläuling auf Wiesenknopf

Dunkler Wiesenkopf-Ameisenbläuling


Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling – Phengaris nausithous – (Bergsträsser, 1779)

Aussehen

Aus der Familie Lycaenidae – Bläulinge , dort aus der Unterfamilie – Lycaeninae – und dort aus dem Tribus Polyommatini – die echten Bläulinge, Nicht alle Falter aus der Familie der Bläulinge sind blau, nur bei den Falter aus dem Tribus Polyommatini sind die meisten Männchen auf den Flügeloberseiten blau. Sie sind klein, im Vergleich zu den anderen Tagfalter.

Auch bei unserem Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulinge ist das Männchen blau , wenn auch nur zart und dunkel auf der Oberseite der Flügel. Deshalb auch die alte Bezeichnung Schwarzblauer Bläuling oder Schwarzblauer Moorbläuling. Im Englischen Dusky large Blue. Die Unterseite ist zimtbraun, nicht wie beim Rotklee-Bläuling da ist die Unterseite sehr ähnlich gezeichnet aber eher grau und hat einen metallisch blauen Schimmer in Körpernähe. Ich hab leider noch kein blaues Männchen gut fotografieren können, denn die Falter machen gar nicht so oft die Flügel auf.

Habitat

Das besondere an ihnen ist das sie ihr ganzes Leben, das nur wenige 1-5 Tage dauert und ganz selten 20, auf einer einzigen Pflanze verbringen. Sie saugen einzig und allein den Nektar des Großen Wiesenknopfes , sie paaren sich auf dem Großen Wiesenknopf und sie schlafen auf den kopfigen Blütenständen, die aus 20-40 Blüten bestehen und von der Spitze her zur Basis aufblühen.

Vom Ei zur Raupe

Sie legen ihre Eier in die Blütenstände des Großen Wiesenknopfes Die geschlüpften Raupen fressen ihn von innen her auf und wachsen sehr schnell heran. Nach 18-26 Tagen, wird es ihnen zu eng, dann verlassen sie den Blütenstand fallen zu Boden oder seilen sich elegant ab.
Am Boden werden sie schon erwartet, ja wer wartet denn dort auf sie?
Sie verströmen einen Duft, der eine ganz bestimmte Sorte Ameisen anlockt, und schon ist sie da, die Myrmica rubra – die Rote Knotenameise. Man nennt sie auch die Rote Gartenameise. Die Ameisen klopfen die Raupen ab, diese sondert ein süßes Sekret ab, dass nennt man: „die Raupe wird gemolken“. Die Ameisen tragen die Raupe darauf hin in das Ameisennest. Dort wird sie gefüttert und manchmal frisst sie auch die Brut der Ameisen, was sie nicht tun sollte, denn bei einer Zerstörung des Nests, wird sie als Strafe nicht gerettet.
Wenn der Winter vorbei ist und die Raupen im Frühjahr bereit sind, suchen sie sich in der Nähe des Ausgangs eine Nestkammer, dort verpuppen sie sich.
In den frühen Morgenstunden wenn die Ameisen noch nicht so aktiv sind, schlüpft der Falter,  jetzt wirkt sein Duftstoff nicht mehr und er sucht schnell das Weite, die Ameisen würden ihn jetzt als Eindringling wahrnehmen und ihn attackieren, was sein Tod wäre.
Der frisch geschlüpfte Falter setzt sich wieder auf seinen heiß geliebten Großen Wiesenknopf und der Kreislauf beginnt von vorn.
Man sollte deshalb Wiesen auf denen der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbäulinge vorkommt erst im späten September mähen, wenn man zu früh mäht oder zu oft mäht löscht man die ganze Artansammlung auf einmal aus. Da der Falter an die blühenden Pflanze zur Eiablage gebunden ist, zur Raupenentwicklung in der Blüte und erst dann wenn er sicher im Bau der Ameisen ist sich entwicklen kann. 

Wegen diesem komplizierten Zusammenspiel steht der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläulinge genauso wie sein hellerer Verwandter der Helle Wiesenknopf-Ameisenbläuling unter strengen Naturschutz Auflagen  und ist streng geschützt.
Von den etwa 26 Bläulingsarten die hier bei uns vorkommen stehen 20 auf der Roten Liste und gelten als gefährdet oder gar als stark gefährdet. Der am häufigsten vorkommende ist der Hauhechel-Bläuling der wunderschöne herrlich blaue Himmelblaue-Bläuling wird in Baden Württemberg schon als gefährdet eingestuft und verschwindet immer mehr.