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Dickkopffalter

Rostfarbiger Dickkopffalter

Rostfarbiger Dickkopffalter - Ochlodes sylvanus posiert auf Grashalm

Rostfarbiger Dickkopffalter

Rostfarbiger Dickkopffalter – Ochlodes sylvanus (Esper,[1777])


Wie der Name schon sagt gehört der Rostfarbige Dickopffalter zur Familie der Dickkopffalter (Hesperiidae) Silvanus, der römische Gott des Waldes, stand da wohl Namenspate. Warum, entzieht sich mir, da außer dem Waldbrettspiel ( Pararge aegeria) kein Tagfalter im Wald zu finden ist. Auf breiten Wegen und Lichtungen tummeln sich manche Falter, aber im Wald sind selten Tagfalter zu sehen. Tagfalter lieben offene Fläche, Lichtungen, Waldränder, breite Wege, sonnendurchflutete Auen. Verbuschte und dicht stehende Bäume mögen sie nicht da ist es ihnen zu dunkel. Tagfalter lieben die Sonne. Warum also der Name Silvanus, womöglich waren die Wälder zu Zeiten des Namensgebers, noch heller und freier, das Rotwild fand die jungen Triebe der Sträucher besonders schmackhaft. Unsere Laubwälder sind auch heller als die dichten Nadelwaldplantagen, die wir heutzutage für die Holzindustrie unterhalten, nicht um eines harmonischen, artenreiches Waldes willen, sondern für Profit.

Auch wird der Rostfarbige Dickkopffalter in manchen Büchern mit dem Namen Ochlodes venata (Bremer & Grey, 1853) geführt.
Wir bleiben jedoch bei dem Namen Rostfarbiger Dickkopffalter Ochlodes sylvana (Esper,1777).

Merkmale

In manchen Fachbüchern nennt man den Rostfarbigen Dickkopffalter (Ochlodes sylvanus) auch Früher Kommadickkopffalter wohl wegen des deutlichen Duftschuppenflecks beim Männchen, der bei seinem Namensvetter dem Komma-Dickkopffalter glänzt. Also ein Sexualdichroismus, so nennt man das Unterscheidungsmerkmal des Geschlechts. Die Weibchen haben bei beiden Arten nämlich keinen Duftschuppenfleck. Auf der Unterseite des Rostfarbigen Dickkopffalters sind die gelblichen Flecken auf eher orangefarbigen Grund in einer Reihe angeordnet, während beim Komma-Dickkopffalter es helle silbrige Flecken, die verstreuter auf deutlich dunklerem Grund, sind. Der Rostfarbige Dickkopffalter gehört zu den Dickkopffaltern die in Ruhestellung ihre Vorderflügel über die Hinterflügel legen, sie nach oben strecken und die unteren Hinterflügel flach ausbreiten.

Flugzeit

Unser Rostfarbiger Dickkopffalter wird deswegen auch Früher Kommadickkopffalter genannt weil er schon Anfang Mai zufliegen beginnt, wogegen der Komma-Dickkopffalter erst Mitte Juni anfängt zufliegen. Beide
sind aber manchmal bis Ende September anzutreffen und am häufigsten sieht man beide Arten im Juli bis Mitte August.

Habitat

Den Rostfarbigen Dickkopffalter findet man fast überall, er bevorzugt keine bestimmten Landschaftsformen, man kann ihn auch recht häufig sehen, im Gegensatz dazu sieht man den Komma-Dickkopffalter immer seltener obwohl er in den gleichen Lebensräumen vorkommt wie der Rostfarbige Dickkopffalter.
Offensichtlich liebt er Rosa, Violett, und Blau, auf Blüten mit diesen Farben haben wir ihn am öftesten gesehen, Disteln mag er besonders. Für den Falter sind die Krabbenspinnen, die sich in und unter den Blüten verstecken und dort auf ihre Beute warten,wohl der größte Feind. Da hat das kleine Kerlchen keine Chance dem tödlichen Griff zu entgehen.

Vom Schmetterlingsei zur Raupe

Die Eiablage findet einzeln im oberen Bereich der Gräser statt, auf dem Speiseplan der Raupe stehen verschieden Grasarten unter andern Rohr-Pfeifengras, Knäuelgras, Reitgras und Wiesen-Lieschgras. Die hellgrüne Raupe überwintert im 4. Stadium in einem dichten Gespinst eingewoben zwischen Grashalmen. Dieses Gespinst wird auch mancherorts Überwinterungstüte genannt. Zur Verpuppung verkleidet sie das Gespinst mit einer Art Wachs und der Falter schlüpft nach circa 3 Wochen. Da sowohl die Eiablage , die Raupenstadien und das Puppenstadium deutlich in den oberen Bereichen der Gräser stattfindet, werden beim Mähen der Wiesen die gesamte Population getötet. Was sich natürlich stark auf die
Falterbestände auswirkt und deshalb die kleinen Kerlchen bei exzessiver Landwirtschaft sehr schnell verschwinden werden. Nur in ungenutzten Bereichen können sich Bestände halten.
Die Entwicklung der einzelnen Raupen verläuft wohl sehr unterschiedlich weil man die ganze Flugzeit über immer wieder frisch geschlüpfte Falter finden kann.